Kontemplation

Die Kontemplation an sich ist ein passiver Zustand, bei dem man die objektiv – physische oder geistige Welt auf sich wirken lässt. Nachdem man sich konzentriert hat, richtet man seine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gegenstand, oder konzentriert sich auf eine greifbare Idee und lässt diese auf seine Seele einwirken. Man muss nur beobachten, welcher Einfluss sie auf die Seele ausüben, welche Gefühle und Erlebnisse sie hervorrufen werden.

Man kann die Schönheit und Harmonie in der äußeren Natur oder aber ein ideales Bild, zum Beispiel das Bild Christi oder des Meisters betrachten und sich berühmen, es in seinem Geist lebendig werden zu lassen. Nach und nach sollte man den Zustand erreichen, in welchem man im physikalischen Bild das geistige Bild Christi und des Meisters oder eines anderen großen Menschen sehen kann. Damit üben die im Bewusstsein Christi oder im Bewusstsein des Meisters arbeitende Kräfte auf den Schüler allmählich ihre Wirkung aus und organisieren seinen geistigen Körper. Ebenfalls kann der Schüler die Werke großer Künstler kontemplieren und die Idee, die diese Künstler in das Bild gesetzten haben, zu begreifen versuchen. Man kann kontemplieren, wie eine Idee Gestalt annimmt und von dieser Gestalt abgebildet und ausgedrückt wird.

Bei der Kontemplation kann man in Kontakt mit der Seele der Dinge treten. Diese wird die Geheimnisse und Gesetze ihrer Manifestation preisgeben. Goethe, der dieses Gesetz kannte, verwendete die Kontemplation als Methode in seinen wissenschaftlichen und literarischen Werken. Man kann auch die Farben des Regenbogens betrachten und diese Farben in seinem Bewusstsein zum Leben erwecken, sodass sie ihn mit den Wesen, aus denen sie kommen, verbinden. Darüber hinaus kann man auch den Sternenhimmel betrachten und die Sterne auf sich wirken lassen, sich bemühen, sie als Lebewesen zu spüren, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und den Segen der Geschöpfe, die auf diesen Sternen leben, zu erhalten. Es gibt Tausende Dinge, die man betrachten kann, die auf die menschliche Seele eine Auswirkung haben und in ihr Kräfte wecken, die ihren geistigen Körper organisieren und seine Organe entwickeln.